Mobyforty

Hallo, das bin ich, Carina (a.k.a. MOBYFORTY), Austria based und 40 Jahre alt. Begleite mich auf meiner Work - Life - Balance Reise durch mein Leben und meine 40+ Jahre.

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Digitalisierung - eine Mamutaufgabe

Digitalisierung als Mammutaufgabe für die Schulentwicklung

Die Ferienzeit ist vorbei, erste Zusammenkünfte, Planungen und Konferenzen haben bereits in vielen Schulen stattgefunden und auch in den Medien kann man von vielen Neuerungen im Schuljahr 2018/19 lesen. Neben der Ausweitung der Autonomie, der Mitsprachemöglichkeit für DirektorenInnen bei der LehrerInnenauswahl für den Standort, dem absoluten Rauchverbot am Schulgelände, welches auch durch die Schulordnung nicht umgangen werden kann, ist die Digitalisierung der Schule eine der großen Aufgaben der nächsten Jahre.

Digitale Grundbildung

Bereits im Schuljahr 2017/18 an einigen Schulen pilotiert, ist die verbindliche Übung ab dem Schuljahr 2018/19 einzuführen. Schulen, die bisher bereits Informatikunterricht angeboten haben, konnten das Unterrichtsfach einfach in ihren Fächerkanon integrieren. Für alle anderen Schulen hieß es, die Stundentafel zu überarbeiten, oder sich für die integrative Führung des Unterrichtsgegenstandes zu entscheiden.
In diesem Unterrichtsfach soll den SchülerInnen mehr vermittelt werden als “nur” die bloße Anwendung des Office Paketes. Digitale Grundbildung besteht aus dem “Basisstoff” und dem “Erweiterungsstoff”. Im Basismodul sind sieben Kernbereiche abzudecken, in denen die SchülerInnen z.B. über

  • die Digitalisierung im Allgemeinen,
  • gesundheitliche Aspekte,
  • Suchen und Bewerten von Informationen im Internet,
  • Informationen teilen und organisieren,
  • Text-, Präsentation-, Tabellenkalkulationsprogramme,
  • Mediengestaltung,
  • Kooperation
  • digitale Kommunikation und Social Media
  • Coding

lernen sollen.
Welche Herausforderungen stellen nun diese Kernbereiche vor allem für die Schulen dar?

Mehr als nur das Office Paket

In diesem Unterrichtsfach wird nun nicht mehr nur das Office Paket gelehrt, sondern die Inhalte gehen weit darüber hinaus und verlangen von der Lehrkraft ein breites Verständnis für Informationstechnologie im Allgemeinen. Die Frage ist, ob es diese Lehrkräfte im ausreichenden Ausmaß bereits gibt. Wird das Unterrichtsfach integrativ geführt, können die Kernbereiche leicht von “Standortexperten” abgedeckt werden. Hingegen, führt eine Schule den Unterrichtsgegenstand autonom ein, dann bedarf es einer Lehrkraft, die eben ein breiteres Verständnis für Informationstechnologie mitbringt.

Standortkonzept Digitalisierung

Die immer komplexeren Einflussmöglichkeiten über die Social Media Kanäle, die rasanten gesellschaftlichen und ökonomischen Veränderungen durch die Digitalisierung, bedeuten nun auch, dass Schulen ihre Fortbildungskonzepte überdenken müssen.
Durch SQA (=Schulqualität Allgemeinbildung) kann Schulentwicklung in die Richtung gesteuert werden. Persönlich bin ich allerdings der Überzeugung, dass nicht nur die begleitenden SQA Seminare (meist nur für einen Teil des Kollegiums = Expertengruppen) notwendig für stetige Schulentwicklung sind, sondern es bedarf unbedingt auch SCHILFs oder auch SCHÜLFs (Schulinterne- vs. Schulübergreifende LehrerInnenfortbildung) um das standortbezogene Digitalisierungskonzept zu erfüllen und damit Schul- und Unterrichtsentwicklung voranzutreiben. Der Schulleitung kommt hier die Aufgabe zu

  1. den “Ist” Stand am Standort zu erheben.
  2. den “Soll” Stand zu definieren.
  3. die Wege zum “Soll” Stand zu identifizieren.
  4. die Kriterien festzulegen, an denen man das Erreichen des Zieles erkennen kann.
  5.  geeignete Vortragende zu finden und zu buchen.
  6. die finanziellen Mitteln durch Kontakte zum Elternverein, Schulerhalter und Sponsoren aufzustellen (Pflichtschulen verfügen über keine Budgetmittel mit denen sie einfach Vortragende bezahlen könnten).
  7. mit den Vortragenden ein geeignetes Programm für die Veranstaltung abzusprechen.
  8. die Veranstaltung für die Lehrpersonen zu organisieren.
  9. die Veranstaltung mit den Lehrpersonen zu evaluieren.
  10. das Outcome an Hand der Kriterien zu überprüfen um und
  11. gegebenenfalls weitere Schritte zu setzen und den Prozess erneut zu starten.

Dabei zu bedenken ist auch, dass, genauso wie in den Schulklassen die Leistungen der Kinder, die Kompetenzen der Lehrkräfte in Bezug auf die digitale Grundbildung sehr heterogen sind. Ein individualisierter Ansatz und Fortschritt ist hier mitzudenken.

Tablets für alle SchülerInnen

In den letzten Tagen konnte man in den verschiedensten Zeitungsformaten davon lesen, dass geplant sei, die SchülerInnen mit Tablets und Laptops auszustatten. Zum Glück wurde erwähnt, dass dies eines neuen pädagogischen Konzeptes bedarf, auch was die Lehrpläne anbelangt (in denen allerdings schon die Inklusion der neuen Medien verankert ist!!!). Ein wenig irritierte mich das Statement, dass nur 10% der Bundesschulen mit schülereigenen Endgeräten ausgestattet sind. Ist dieses Projekt also nur für Bundesschulen gedacht? Bleiben somit die Pflichtschulen auf der Strecke? Fragen über Fragen kamen mir in den Sinn.

  • Kinder welchen Alters sollen diese mobilen Endgeräte zur Verfügung gestellt werden?
  • Wer übernimmt die Folgekosten wie z.B. Akkutausch, Bruch, Softwareaktualisierungen,…?
  • Werden alle oder nur SchülerInnen von Bundesschulen mit mobilen Endgeräten ausgestattet?
  • Wer übernimmt die Kosten, wenn diese Endgeräte nicht mehr der gängigen Norm entsprechen und somit ersetzt werden müssen?
  • Wer installiert, administriert und bezahlt die notwendigen Netzwerke an den Standorten?
  • Wenn nur BundesschülerInnen angesprochen werden, wird hier eine weitere Öffnung der Bildungsschere bewusst in Kauf genommen?
  • und es gibt noch derer Fragen mehr.

Egal wie es allerdings kommen sollte, ich hoffe, dass das Pferd nicht wieder von hinten aufgezäumt wird, sondern dass zuerst die LehrerInnenschulungen definiert, geplant und umgesetzt, als nächstes die Infrastruktur geschaffen, die pädagogischen Konzepte erarbeitet werden um erst dann das eigentliche Projekt ins Laufen zu bringen.

Es geht eben nicht nur um “ethisch verantwortungsbewussten Umgang” mit neuen Technologien, wie Bildungsminister Faßmann im Standard vom 31.8.2018 zitiert wird, es geht vielmehr darum, dass die digitale Kompetenz eine Kulturtechnik ist, die es zu erlernen gilt (und zwar nicht nur von Seiten der SchülerInnen). Vor allem wenn man die Veränderungen mitbedenkt, die diese in gesellschaftlichen und ökologischen Belangen mit sich bringt.

Digitalisierung: Digitale Kompetenz - eine Kulturtechnik

 

 

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