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Sketchnote – die andere Art von Mitschrift

Wer kennt das nicht – man sitzt in einem Seminar/Vortrag und notiert das Wichtigste mit. Oft werden Notizbücher oder aber Blöcke gefüllt. Stress breitet sich aus – hat man alles notiert – eh nichts verpasst?

Jetzt, wo ich wieder studiere, mehren sich auch meine Mitschriften zu verschiedenen Lehrveranstaltungen. Aber nicht nur an der Fachhochschule, sondern auch bei Konferenzen, Ideenwerkstätten, Vorträgen usw. notiere ich in meinem Büchlein mit. Bloß bin ich mit diesen Aufzeichnungen nicht wirklich zufrieden. Zu unübersichtlich wirken sie, obwohl ich mich bemühe Strukturen zu schaffen. Eines Tages saß ich in einer Vorlesung und lugte zu meiner Sitznachbarin. Ich sah Zeichnungen, Banner und verschiedene Schriftarten, ich meinte sogar ihre Mitschrift sehe wie ein kleines Kunstwerk aus. Kunstwerk? Nein, einfach die etwas andere Art von Mitschrift – eine Sketchnote ist in ihrem Büchlein entstanden.

Da ich mich selbst noch in die Thematik einlese, habe ich eben diese Kollegin, Karin Köckeis, um ein paar Antworten zum Thema Sketchnoting gebeten, die ich dir nicht vorenthalten möchte. Wenn du mehr Beispiele sehen willst, besuche doch ihren Blog http://www.wissenscafe.at!

#1 Wie bist du zum Sketchnoting gekommen?

Zu Schulzeiten habe ich gerne gezeichnet, danach aber kaum Zeit dafür gefunden. Dann habe ich letztes Jahr mein Bullet Journal begonnen und mich erstmals wieder mehr damit beschäftigt. Dabei bin ich auch auf die Themen Handlettering und Sketchnotes gestoßen. Mit Beginn meines Masterstudiums im Herbst habe ich erkannt, wie hilfreich Sketchnotes für mich sind um Inhalte zu visualisieren und besser zu verstehen und zu merken. Ich habe dann auch begonnen für meinen Blog regelmäßig Sketchnotes als Illustration zu verwenden.

#2 Kannst du kurz erklären, was das genau ist?

Sketchnotes sind eine Mischung aus Text und Bildern bzw. Symbolen, die durch Formen und Pfeile zusätzlich gegliedert und geordnet werden. Der Fokus liegt darauf die Information klar, übersichtlich und strukturiert dazustellen.

#3 Was fasziniert dich so am Sketchnoting?

Mich fasziniert wie klar und strukturiert sich damit Themen visualisieren lassen. Indem ich mir überlege wie ich etwas als Sketchnote darstelle, muss ich mir genau überlegen was wichtig ist und wie ich es aufbereite. Und es macht jede Menge Spaß.

#4 Wie und wo hast du gelernt Sketchnotes zu zeichnen?

Ich habe mich anfangs im Internet, vor allem über Pinterest, Instagram und auf Webseiten von Sketchnote Profis inspirieren lassen. Das hat sehr dabei geholfen mir ein grundlegendes Bildvokabular anzueignen und auch, wie sich das ganze strukturieren lässt. Für schwierige Begriffe hole ich mir heute noch gerne Anregungen online. Außerdem habe ich letztes Jahr einen Handlettering und einen Graphic Recording Workshop besucht. Graphic Recording – das Mitzeichnen von Vorträgen – ist für mich die „Meisterklasse“ des Sketchnotings. Erst nach Monaten habe ich mir das erste Buch zu dem Thema gekauft.

#5 Was sagst du Menschen, die sagen: „Ich kann aber nicht zeichnen!“

In erster Linie geht es bei Sketchnotes darum Informationen visuell übersichtlich aufzubereiten. Es muss nicht schön sein. Es soll für einen selber hilfreich sein. Und Spaß machen. Bildvokabular und Strukturen lassen sich lernen. Natürlich fällt das vielleicht dem einen einfacher als dem anderen, aber wenn man meint Sketchnotes seien eine gute Methode für einen selbst, dann sollte man sich davon nicht entmutigen lassen. Auch nicht von den Werken der Profis, diese haben schließlich über Jahre mehr Erfahrung (und kommen oft aus beruflichen Feldern wie Graphik Design und haben damit auch eine entsprechende Ausbildung).

#6 Welche drei Tipps kannst du Neulingen im Sketchnoting mitgeben?

  • Bildvokabular erarbeiten

Je nachdem wie man am liebsten arbeitet kann man im Internet recherchieren oder sich entsprechende Bücher kaufen. Abzeichnen hilft am Anfang. Der eigene Stil kommt dann irgendwann von selbst. Wer sich schon sicherer fühlt, kann sich zur Übung Begriffe aufschreiben und dann versuchen dazu Symbole zu finden.

  • Strukturen erkennen und ausprobieren

Ich habe mir Sketchnotes angesehen die mir gefallen und mir überlegt nach welchem Schema diese aufgebaut sind. Und dann an verschiedenen Themen ausprobiert. Es hilft, es sich am Anfang nicht zu schwer zu machen und Themen zu wählen die eine klare Abfolge haben (wie ein Rezept oder eine Anleitung).

  • Das Material

Ihr braucht kein Profi Material sondern Materialien die euch gut in der Hand liegen! Die Auswahl eines Stiftes mit dem man sich wohl fühlt finde ich persönlich sehr wichtig. Vor allem was die Stärke betrifft. Ich verwende am liebsten Fineliner der Stärke 0,5.

Ich darf dir noch Karin’s Interpretation meines Blogs zeigen. Wie einfach und klar doch ein Konzept durch Sketchnoting wird! Probier es aus, ich werde es bestimmt auch tun!

 

Abschließend noch ein paar Links zum Thema Sketchnoting.

TED Talk: Sunni Brown: Doodler, unite!

TEDx Talks: Graham Shaw: Why people believe that they can’t draw….

Mike Rohde: Sketchnote Mini Workshop

TEDx Talks: Rachel Smith: Drawing in class

Und hier noch zwei Buchtipps für Einsteiger:

Mike Rohde: Das Sketchnote Handbuch

Tanja Wehr: Die Sketchnote Starthilfe

 

Karin’s Sketchnote Linkempfehlungen

Du kannst Karin auch via Twitter, Instagram oder Facebook folgen.

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3 Comments

  • Nicolas

    25. Januar 2018 at 11:18

    Super Beitrag – mit Gastkommentar : )!
    Ich bin auf der Suche nach Menschen die Sketchnotes anfertigen. Als Ergebnis soll ein 2-Minuten Video so in der Art von RSA-Animate bestimmte Begriffe erklären (z. B. “Was ist Qualität in der Pflege?”).
    Könnt ihr da jemanden empfehlen und habt ihr eine Vorstellung, mit welchen Kosten für so etwas zu rechnen ist?

    Schöne Grüße!
    Nicolas

    Antworten
    • Carina Werba

      25. Januar 2018 at 12:07

      Hallo Nicolas!

      Damit wir unser Studiennetzwerk gut nutzen, schlage ich vor, du setzt dich mit Karin in Verbindung. Sie ist in Sachen Sketchnoting auch meine erste Anlaufstelle.

      LG
      Carina

      Antworten
  • Uta

    5. Februar 2018 at 10:43

    Hi Carina,

    Beitrag find ich gut, man muss sich eben Gedanken machen über das Wesentliche um es dann übersichtlich darstellen zu können. danke VG Uta

    Antworten

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